Montag, 25.06. // Kuta

Senile Bettflucht. Nicht zu fassen. Um 05.30 geht’s los in die Wellen. Die Stunden bis dahin vertreibe ich mir mit lauschigem Hahn-Gekrähe und Annas Schnarchvariationen, gezählte 7 an der Zahl.

Irgendwas haben die bei der Einteilung falsch verstanden, ich sitze mit lauter Surfkönnern im Bus. Ich, die nicht mal weiß, wie lang so ein Brettl eigentlich ist. Am ersten Spot Babywellen, Sandra freut sich, aber nix da. Wir fahren zum nächsten Spot, ich schaue aufs Wasser und sehe Felsen, überall! Ernsthaft? Man soll einfach nach links reiten … als ob ich lenken könnte. Gottseidank komme ich nie in die Nähe der Felsen, der Sturz folgt jedesmal früher. Das Wasser hat 25°C, die Guides frieren wie in der Nordsee, ich zeige bei jeder Spülung meine Geschlechtsteile (unfreiwillig) und bin, verglichen mit dem letzten Mal, einfach unglaublich gut. Zugegeben, verglichen mit den anderen erinnere ich eher an Kelly Bundy als Kelly Slater, aber egal, gibt ja kein Fotomaterial.

Nachmittagstrip nach Kuta. In altbekannter Manier latschen wir zielsicher durch die Opfergaben. Schlechtes Kharma, welches sich heute Nacht noch rächen sollte. Wir kaufen keinen Riesen-Holzpenis, keinen Schildkrötenpaner mit Peniskopf und lernen auch keine Kuta-Cowboys kennen. Schade eigentlich.

Der Abend ist schnell vorbei, die Nacht dafür auch. Die Götter schicken uns für unseren Frevel zwei krähende Hähne, bellende Hunde, singende Nachbarn und aufs Dach fallende Pflaumen. Schlafen ist auf Bali ohnehin völlig überbewertet.



Tempeeingang in Kuta

Es wird geopfert was das Zeug ält.





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